jetzt wo Diablo 3 schon ein paar Wochen auf dem Markt ist und ich es auch seit dem ersten Tag spiele, wollte ich mal meine Erfahrungen hier wiedergeben.
Wer die Vorgeschichte bei der Entwicklung kennt und das Spiel selber spielt, kann vielleicht nachvollziehen, dass das Ganze ein Auf und Ab der Begeisterung war/ist.
Angefangen hat es in der Ankündigung mit den Skills und den Attributen, die man nicht mehr selber vergeben kann. Gut, damit hatte ich nie so ein Problem gehabt, da ich fast immer das Gleiche geskillt hatte in D2. Aber bei vielen war das ja DER Schwachpunkt in der Ankündigung.
Deswegen hier erstmal was zu dem Skillsystem. Ich finde es recht gut gelungen, nun wo ich es eine weile gespielt habe. Nicht nur das man die Skills nach belieben wechseln kann, sondern das man es auch teilweise machen muss/sollte. Ich will noch nicht soweit gehen, das es ein Taktik-Spiel ist, aber so wie bei D2, wo man seine 1-2 Hauptskills hat reicht hier nicht aus.
Man hat bei D3 bis zu 6 Skills gleichzeitig aktiv… Aktive + bis zu 3 Passive… und von den, die ich drin habe, nutze und brauche ich min. 4-5 immer, was es durchaus Abwechslungsreich macht. Zumal andere Spieler vermutlich andere Skills nutzen. Von daher Daumen hoch.

Dann gibt es ja hier und da zu hören, dass die Storie nicht so toll ist. Klar es ist kein Grisham oder King, aber für ein Spiel ist es Ok. Zumal, da ich sowohl D1, wie auch D2 sehr lange gespielt habe, es viele Elemente aus beiden Spielen gibt die man kennt, wodurch das ganze Spiel eine extrem hohen „Wiedererkennungswert“ für Diablo-Fans hat.

Was mir auch gut gefällt ist das Spielgefühl, sprich, wenn man z.B. mit den Barbaren in der Gegen rumprügelt, hat man viel mehr „Feedback“ das man auch wirklich Gegner vor sich hat und trifft. Oder allgemein einfach die, na nennen wir es mal „Splatter“-Effekte, sind schon gut gemacht und sorgen dafür dass das Spiel Spaß macht.

ABER, gut, ist klar, wer schreibt schon in ein Forum einen Beitrag, was alles Gut und Schön ist…
… gibt es ein paar Dinge die mich und soweit ich mitbekommen habe, auch viele andere sehr stört.
Fangen wir mit etwas kleinem an… die Heiltränke. Das man diese nur alle 30 Sekunden „einwerfen“ kann ist ein großes Problem. Was nutzt es, wenn man 50 davon hat, wenn ein Kampf, gerade auf Hölle oder Inferno, schon in 20 Sekunden entschieden sein kann? Das hat mich schon einige Male verzweifeln lassen.

Und dann die Begleiter. Gut, vielleicht hilft hier und da eine passive Fertigkeit von den, aber ansonsten sind sie reine Dekoration, da sie Aktiv so gut wie kein Schaden machen. Zum Vergleich, mein Barbar macht zur Zeit ca. 4000 Schaden, der Templer (der Nahkampf-Begleiter) macht ca. 400. Und wenn man bedenkt das die 4000 Schaden auf Hölle bereits zu wenig sind, kann man sich ausrechen, wie viel so ein Begleiter ausrichten kann. Dazu kommt noch, das man sie nicht mal als Blocker nutzen kann, da die meisten Gegner auf einen selbst losgehen und den Begleiter meist ignorieren.

Womit wir wohl zum größten „Problem“ kommen, dem Auktionshaus. Am Anfang dachte ich „Ach, mir doch egal, ich finde meine Sachen selber und nutze das AH garnicht“… nachdem ich aber doch mal reingeschaut habe, musste ich feststellen, das es dort Sachen gibt, für die man sonst vermutlich hunderte Stunden braucht um sie auf eigne Faust zu finden… Edelsteine. Die auch noch, bis zu einem gewissen Level, spottbillig sind.
„Gut, dachte ich mir, aber mehr wird da nicht gekauft.“
… dann kam aber das Problem mit den Begleitern.
„Ok, ich kaufe nur Zeugs für meine Begleiter, damit die wenigstens etwas reißen können“
… allerdings war ich da gerade mal auf Alptraum angekommen.
Hier ging es dann aber auch schon los. Ab hier ist es fast ein MUSS shoppen zu gehen. Denn hätte ich nur die Ausrüstung benutzt, die ich selber gefunden hab, hätte ich vermutlich gerade Mal die die Hälfte der Werte die ich jetzt habe. Und selbst die sind nicht Spitze.
Was dann natürlich den Spielspass trübt, weil man jetzt nicht mehr in der Gegend rum zieht um gutes Zeug zu finden, sondern nur noch zum Goldsammeln. Und das Sammeln, war ja einer der Punkte die D2 zum Spiel gemacht hat, was man auch nach Jahren noch spielen konnte und wollte.
Was uns zum Kräfteverhältnis, bzw. den Fertigkeiten der Gegner bringt. Ich bin bis jetzt auf Hölle angekommen, will gar nicht wissen wie das auf Inferno werden soll, und da gibt es das normale Fußvolk, durch die ich locker durch komme. Dann gibt es da aber auch noch die gelben Boßgegner und die blauen Champions, die teilweise so eine Kombination aus Fertigkeiten haben, die sie unbesiegbar machen. An einer Stelle musste ich das Spiel viermal neu starten, weil ich immer wieder solche Gegner bekommen habe… leider bei einer Höhle, die man nicht auslassen konnte… bis ich es geschafft habe. Und das nervt… dazu kommt noch ein Punkt der mich zu Weißglut treibt. Wenn du einmal stirbst, wirst du fast sofort am letzten Speicherpunkt wiederbelebt... stirbst du zweimal… musst du 3 Sekunden warten… beim dritten Mal 6 Sekunden…usw. Sprich, wenn du eh schon gefrustet bist, weil du an so einem Gegner paar Mal stirbst und du dann siehst „In 20 Sekunden wiederbelebt“… kribbelt es in den Händen die Tastatur gegen die Wand zu hauen.
Wollte das Spiel schon fast in die Tonne treten. Habe es aber nun so gemacht, bin erstmal wieder zurück nach Alptraum. Bringt zwar nicht viel Erfahrung, aber dafür wieder Spielspass beim durch die Gegner kloppen.

Fazit: Tja,das ist schwierig. Ja, es macht definitiv Spaß. Ja, es ist definitiv Diablo-Stimmung. Aber wenn Blizzard nicht hier und da noch was ändert, werde ich das Spiel sicher keine 10 Jahre spielen, so wie D2.
So, musst das einfach mal loswerden.

Gruß
HD